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public magazine

Alex • October 11. 2005 • URBAN COMMUNICATION
im rahmen von Backjumps - The Live Issue #2 gibt es im kreuzberger wrangelkiez 5 arbeiten "internationaler Streetart Künstler" zu sehen.

in einer adretten gegend über 6 Blocks verteilt, damit man nicht zu weit laufen muss...

sehr ansprechende illustrationen und character designs,
die das motto von The Live Issue #2, "Die Stadt zum Magazin machen!", erfolgreich umsetzten.




HuskMitNavn (Kopenhagen)































The London Police (Amsterdam)






























Os Gemeos (São Paulo)






























EKO (Indonesien)


















Shek (Berlin)

für mich ist streetart aber was anderes:

auftragsarbeiten sind nicht streetart, da fehlt doch irgendwie der kick,
streetart in einer gallerie gibts auch nicht, da fehlt doch die street,

und streetart workshops, hmmmm ?!

wer Wild Style noch nicht gesehen holt das bitte nach

3 COMMENTS

Hae-Lin Choi ON 27. October 2005 00:35

hallo alex,

1. die murals im wrangelkiez sind keine auftragsarbeiten, sondern wurden - zwar in absprache mit dem kiezmanagement und den hauseigentümern umgesetzt, insofern nicht illegal - von den künstlern vollkommen autonom kreiert. Ich weiss nicht, ob street art immer was mit kick zu tun haben muss, (v.a. wenn es dann mit sterben endet?!) Es geht doch viel eher darum, sich die straße, den öffentlichen Raum visuell zurückzuerobern.

2. Backjumps hat nicht den Anspruch, Street Art zu sein, sondern deren Entwicklungen und Tendenzen aufzuzeigen, von daher kann das auch in der Galerie passieren. Das heisst nicht, dass es nicht weiter auf der Straße passieren soll - ganz im Gegenteil.

3. Was spricht dagegen, Wissen zu teilen und sich auszutauschen? Um nichts anders ging es in den Workshops. Sind eben nicht alle so cool, dass sie sich alles alleine beibringen...

4. Was Wildstyle angeht - geiler film - aber auch schon gut 20 Jahre her, oder?

...übrigens, dieses unterwasserbild ist von der türk-spor-gruppe, shek hat an der seite gemalt..

Was soll der strukturkonservatismus?
open your mind.

liebe grüße, hae-lin (Backjumps-Team)

alex ON 27. October 2005 20:20

wenn ihr unter dem motto "Die Stadt zum Magazin machen!" brandschutzmauern klar macht und dann künstler einladet um diese zu gestalten, dann ist das wohl ein
klarer auftrag. auftragsarbeiten definieren sich für mich nicht über autonomie oder finanz fragen. ich finde so etwas zu machen ja auch nicht verwerflich, nur ist das halt dann keine street art - genau diesen unterschied will der untere teil meines beitrags klarmachen.
mir ging es dabei nicht darum zu schreiben was backjumps ist, sondern wie streetart für mich funktioniert.
klar ist daraus auch eine eher kritische haltung gegenüber backjumps abzulesen. Für mich schwingt da einfach so ein hauch
von trendscout/hype attitüde mit. und so anmaßende aussagen wie "Ich sehe mich als Teil eines Kultivierungsprozesses" ... das klingt ja fast so als müsse man das unbändige beast streetart salonfähig machen, auch wenn das im intro interview dann ein paar zeilen weiter relativiert wird - und da wären wir ja dann wieder bei wild style wo das u.a. ja auch thematisiert ist.
heikles thema das ganze, aber das wisst ihr ja.
so watch out
g a

Malereiminister ON 28. October 2005 22:10

Natürlich wurden im Wrangelkiez Auftragsarbeiten an die Wand gemalt, doch solltest Du nicht übersehen, daß die eingeladenen Künstler ihr handwerk auf der Straße gelernt haben. Ich habe Os Gemeos an der Brandwand geholfen und glaube nicht, daß die beiden sich mit Auftragsarbeiten 1 goldene nase verdienen. Ich bekam stattdessen Eindrücke davon, wie gefährlich es ist, in Brasilien Züge zu bomben, weil die privaten Wachleute von ihren Schußwaffen Gebrauch machen.
Bevor Du nun wieder Deinen Trendscouthammer auspackst, darf ich Dich darauf hinweisen, mit welcher Vehemenz noch bis kurz vor die Vernissage aus dem Lager der bürgerlichen Parteien gegen den Kunstraum Kreuzberg gewettert wurde, gegen die Unterstützung aus dem Hauptstadtkulturfont, gegen die Ikonisierung von illegalem Graffiti. Wie sollte es im Bethanien gegen diese Philisterfront gelingen, Streetart "salonfähig" zu machen? Vor zwei Jahren kamen die Bullen, um banksy abzuholen! Wie soll Adrian Nabi nun auf einen Hype aufspringen können, wenn er doch seit zehn Jahren als Herausgeber von Backjumps dabei ist?
Man kann the Live Issue nicht mit albernen Kreissparkassenlegals vergleichen. Und ein Kultivierungsprozess ist angesichts Nofitti offenbar nötig.
Backjumps ist dafür da, die verschiedenen Spielarten der Streetartkultur zu dokumentieren. Es geht nicht um Kommerz.
Es grüßt
die Banausenrepublik

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